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Profiminigolfer Tuchel, ein Mann fürs Mainzer Bundesligateam

Posted by on 4. August 2012

Bad Tatzmannsdorf – Sollte der 1. Minigolfclub Mainz für sein Bundesligateam noch einen emotional aufgeladenen und ausgesprochen selbstkritischen Leader suchen, dann hätten die MRZ-Spielervermittler aus Bad Tatzmannsdorf eine dieser selten gewordenen Führungsfiguren im Angebot.

Über die technischen und taktischen Qualitäten des möglichen MGC-Neuzugangs können wir uns kein Urteil erlauben. Am Ehrgeiz und an einer extrem aggressiven Herangehensweise würde es definitiv nicht scheitern. Und sozial-integrativ würde der neue Mann auch seine Wirkung im Männerteam des 1. MGC entfalten.

Marillenschnapsturnier zum Schluß

Am Donnerstagabend hatte Thomas Tuchel sein Trainer- und Funktionsteam zu einem Minigolfturnier mit anschließendem Umtrunk im nahen Oberwart eingeladen. Das abschließende Marillenschnapsturnier, so ist hier aus gewöhnlich schlecht unterrichteten Kreisen zu hören, war für alle Teilnehmer ein voller Erfolg. Über die sportlichen Darbietungen auf dem Minigolfplatz berichteten die Turnierkämpfer sehr unterschiedliches. Wir vermuten: Die Erlebnisberichte waren stark abhängig von der jeweiligen Endplazierung (die, selbstverständlich, wie im Profifußball üblich, intern zu bleiben hatte).

Minigolf (MRZ 4.8.2012)

Schonungslos selbstkritisch war am nächsten Morgen Thomas Tuchel. Der 05-Chefcoach hielt nach dem Vormittagstraining auf den Stufen der Fußballarena am Mannschaftshotel eine denkwürdige Pressekonferenz ab. Da mußte etwas raus aus dem Profiminigolfer.

Definitiv nicht an seinem Können sei er gescheitert, tobte Tuchel. “Diesmal bin ich an meiner Überheblichkeit gescheitert.”

Tuchel kassiert zwei Strafschläge

Bahn eins, eingelocht mit einem Schlag. “Das ist immer Gift”, geißelte sich der 05-Coach mit der zwölfschwänzigen Katze. Danach habe er gleich zwei Mal die Kugel in die Wasserumrandung geschoben und zwei Strafschläge kassiert. Ende. Die Siegchance war vertan. Taktikfilmproduzent und Spielanalytiker Benni Weber zog davon und sicherte sich den Sieg. Tuchel, lachend: “Das ist ihm aber auch extrem wichtig gewesen…”

Eine Ausrede brachte der offenbar als Favorit angetretene Tuchel sofort an. Er habe sich sehr stark um seine Spielpartnerin kümmern müssen. Immerhin habe er es geschafft, Pressesprecherin Silke Barnick mit taktischen Tipps und viel emotionalem Zuspruch ins gesicherte Mittelfeld zu führen.

Tobias Sparwasser gab an, er habe einen guten Platz im hinteren Mittelfeld belegt. Knallharte MRZ-Recherchen ergaben: Auf der letzten Bahn hat der geschäftsführende Mediendirektor mit einem heldenhaften Schlag noch einen Konkurrenten auf den letzten Platz verwiesen.

Der Rest war pure Jammerei. Ehrliches Minigolf auf Betonbahnen sei er gewohnt, schimpfte Tuchel und klopfte dabei auf die Steintreppe in der Fußballarena. Aber dort in Oberwart? Kunstrasenbeläge. Dafür hatte der 05-Trainer weder die passenden Schläger nebst Schlägerersatzgummis, noch das – zumindest auf Filzbelägen nicht untaugliche – Minigolfballset “Allround genoppt im handlichen Turnierkoffer” am Start.

Schlechte Vorbereitung

Da war der 05-Trainer schlecht vorbereitet. Normalerweise hat der Profiminigolfer im Kofferraum immer eine kleine Auswahl an Standardbällen gelagert: Der Extraharte (leicht springend), der Weiche (langsam), der Weiche (mittelschnell), der Extraschwere (kaum springend), der Glatte (ein wenig springend), der Stopper (genoppt, ideal für Filzbahnen), der Springer lackiert, der Leuchtball (für das Abendspiel unter Flutlicht).

Auch die hypermoderne Hindernislandschaft in Oberwart hat den Trainer genervt. Der ist es gewohnt, durch eine Röhre zu schieben, ein Tunnelloch zu treffen, in ein Netz zu zielen oder über drei, vier Banden mit einem Schlag einzulochen. Die hiesige Anlage muß den Schilderungen nach eher einem Golfplatz ähneln, mit Seen, Hügeln, Sandbunkern, riesigen Bäumen und hohem Schilfgras als heimtückischen Fallen. Das sei nur etwas für junge Leute wie Benni Weber, resümierte Tuchel.

Vielleicht hätte er den golfenden MRZ-Kollegen Jörg Schneider in diesem Fall um Rat fragen sollen. Doch der trieb sich gestern den ganzen Tag im Bad Tatzmannsdorfer Dessous-Outlet herum. Frau Doktor Brigitte Blüthenkranz, Sie wissen schon…

Wir gehen mal davon aus: Wenn es auf im Retrostil gestalteten Betonbahnen um Punkte geht, dann kann der 1. MGC Mainz auf  Thomas Tuchel zählen.
Reinhard Rehberg