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Der stille 05-Stürmer ist schon wieder weg

Posted by on 21. Juni 2012

Aussteiger – Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 hat seinen ersten Transfer in diesem Sommer getätigt – einen, der den Kader verkleinert: Zoltán Stieber verlässt den Bruchweg nach nur einem Jahr wieder und wechselt zur SpVgg Greuther Fürth.

Zoltán Stieber (MRZ 22.6.2012)

Der 23-Jährige, dessen Kontrakt in Mainz bis Mitte 2015 datiert war, hat beim Erstligaaufsteiger einen Vierjahresvertrag unterschrieben.

Die Ablösesumme, über die beide Klubs wie üblich Stillschweigen vereinbarten, dürfte bei rund einer Million Euro liegen. So teuer war der Ungar, als er vor einem Jahr von Alemannia Aachen zu den 05ern kam. “Wir haben durch den Transfer nach Fürth keinen wirtschaftlichen Verlust erlitten”, sagt der Mainzer Manager Christian Heidel.

Lediglich sieben Bundesligaeinsätze

Dass Stieber, der Saison 2010/11 für die Aachener zehn Tore erzielt hatte und bester Vorlagengeber der Zweiten Liga war, in Mainz den Durchbruch nicht geschafft habe, sei bedauerlich, sagt Heidel. “Mit so etwas muss man zwar immer rechnen, aber wir hatten natürlich aufs Gegenteil gehofft. Mir wäre es lieber, Zoltán hätte 34 Spiele gemacht und würde hierbleiben.”

Tatsächlich kam Stieber lediglich auf sieben Bundesligaeinsätze, ein DFB-Pokalspiel (in der ersten Runde beim SVN Zweibrücken) und eine Europa-League-Partie. Eine enttäuschende Saison für den Neuzugang, der die 05er ein der vorangegangenen Spielzeit noch bei deren 1:2-Pokalniederlage auf dem Aachener Tivoli mit seinen Flankenläufen gewaltig aufgemischt hatte.

“Wo war Stiebi heute?”

Am Bruchweg geriet Stiebers Entwicklung von einem Toptalent zu einem echten Bundesligaspieler ins Stocken. Vielleicht lag es an der komplexeren Spielweise, die hier von ihm erwartet wurde, dass er den Anforderungen von Cheftrainer Thomas Tuchel nicht genügte. Womöglich war es aber auch eine Mentalitätsfrage. Schließlich hinterließ der schmächtige Spieler keinen besonders selbstbewussten Eindruck. Stieber wirkte freundlich, sympathisch, aber auch sehr still und schüchtern. Wirklich präsent zeigte er sich selten, stärker ausgeprägt schien seine Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen. “Es kam schon vor, dass der Trainer nach dem Training in die Kabine ging und fragte: ,Wo war Stiebi heute…?’”, erzählte Stieber im Januar während des Wintertrainingslagers auf Mallorca. Daran wolle er arbeiten, kündigte er dort an; erfolgreich war er damit nicht.

“Für Zoltán war dieses Jahr eine gewisser Lernprozess”, sagt Christian Heidel. “Er kam von einem Zweitligaklub zu einem Bundesligisten, der sich gerade für die Europa League qualifiziert hatte, das darf man nicht vergessen.” Unbeabsichtigt habe der Spieler dabei sicher auch kleinere Fehler gemacht. “Für uns wäre das allerdings kein Grund gewesen, ihn wegzuschicken”, betont der 05-Manager. “Wir hatten Zoltán noch nicht endgültig aufgegeben, aber er ist mit dem Wunsch auf uns zugekommen, wechseln zu dürfen.” Diesem Wunsch habe der Verein sich nicht verschließen wollen, zumal die Verhandlungen mit der SpVgg Greuther Fürth “in der gewohnt fairen Weise verlaufen sind. Jetzt bekommt Zoltán eine neue Chance. Ich wünsche ihm, dass er es in Fürth packt.”

Fürther Wunschkandidat

Für den Bundesliganeuling ist Stieber jedenfalls der Wunschkandidat auf der linken Offensivseite, die Präsident Helmut Hack betont. “Er ist der schnelle, wendige Spieler, der zu unserem System passt.” Stieber selbst wird auf der Homepage seines neuen Arbeitgebers so zitiert: „Fürth spielt einen erfrischenden Offensivfußball. Hier kann ich zeigen, dass ich ein guter Bundesligaspieler bin.“

Beim FSV Mainz 05 ist der Ungar der zweite offensive Abgang, nachdem der Verein sich mit Mohamed Zidan nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte.
Peter H. Eisenhuth

„Fürth spielt einen erfrischenden Offensivfußball. Hier kann ich zeigen, dass ich ein guter Bundesligaspieler bin.“
So zitiert die SpVgg Greuther Fürth Neuzugang Zoltán Stieber auf ihrer Homepage.