Tellerrand: Blick nach Hamburg

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Eigentlich hätte man problemlos die Uhr danach stellen können, dass der Name Thomas Tuchel nach nur wenigen Spieltagen in den aktuell beliebtesten Spekulationsbörsen des Internets (Fanforen von Schalke und dem HSV sowie Transfermarkt.de) auftauchen würde. Alles, was dazu nötig war, kann man längst in der Tabelle ablesen: Der Hamburger SV ist letzter, Schalke auf Tabellenplatz 16. Beide haben bislang nur einen Punkt errungen – der HSV bis jetzt nicht mal ein Tor erzielt. Aber wäre in beiden Vereinen ein Trainerwechsel das einzige Mittel der Wahl? Sind diese Tabellenstände nicht mehr als eine kleine Momentaufnahme?

Beim genaueren Hinsehen kann man nämlich feststellen, dass es handfeste Gründe dafür gibt, dass die Vereine aktuell unten stehen – und die sitzen nicht auf der Trainerbank.

Blick nach Hamburg

Der HSV, der sich gerne und immer noch als der letzte Dino der Bundesliga feiert, der seine Uhr hegt und pflegt und gefühlt eigentlich jedes Jahr um die Europapokalplätze spielen müsste, hat eine Saison hinter sich, an dessen Ende der (freundlich formuliert) mehr als glückliche Klassenerhalt stand. Medien wie Fans sprechen nun bereits davon, der HSV mache genau da weiter, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hat. Ergebnistechnisch mag das stimmen, das Spiel zu Hause gegen Paderborn dient zudem vielen als praktisches Exempel, um die Mission von Mirko Slomka bereits jetzt für gescheitert zu erklären. Schaut man sich den Kader an, so wurde zumindest an einigen Stellschrauben gedreht. Es gab mehr Geschwindigkeit für die Offensive (Stieber, Müller), auch als Entlastung für Heilsbringer Van der Vaart, man holte einen überdurchschnittlichen Außenverteidiger für die wackelige Abwehr (Ostrczolek aus Augsburg), dazu einen (allerdings gänzlich unbekannten) Brasilianer als Innenverteidiger. Beide sollten sicher nicht nur Westermann und Jansen (immerhin Nationalspieler) unterstützen, sondern ihnen auch etwas Feuer unterm Hintern zu machen. Als Last-Minute-Neuzugang kam dann noch Lewis Holtby, der allen 05-Fans in bester Erinnerung ist. Abgegeben hat man (auch aus finanziellen Gründen und aufgrund des unmöglichen Verhaltens des Spielers) Calhanoglu, dessen Kreativität und Genialität bei Standardsituationen dem HSV als Waffe derzeit sicher fehlt.

Probierte es Slomka an den ersten beiden Spieltagen vor allem mit dem bekannten Personal (auch, weil die Neuen noch nicht fit/integriert waren), so setzte er nun in Hannover auf gleich sieben Neue inklusive Torhüterwechsel. Gebracht hat es wenig – wenn man sich das Endergebnis anschaut. Doch war der HSV in Hannover weit entfernt von einer „zweitligareifen“ Leistung. Die Chancenverwertung stand den „Rothosen“ im Weg, für die bei „normalem“ Spielverlauf mindestens ein Punkt drin gewesen wäre. Wer aber das leere Tor nicht trifft oder selbst beste Chancen auslässt – und zudem in der Abwehr Konzentrationsfehler macht, die bitter bestraft werden, der verliert in der Bundesliga.

Was wäre los gewesen, wenn die 05er nicht so effizient in Berlin gewesen wären? Am Ende hätte man womöglich 1:1 gespielt oder unglücklich verloren. So aber macht man aus vier Großchancen drei Tore und fährt mit gesteigertem Selbstbewusstsein und einem Dreier nach Hause.

Unaufgeregt und ohne Fanbrille kann man festhalten, dass der HSV eine auf dem Papier ordentliche Truppe beisammen hat, die unter normalen Umständen nichts mit dem Abstieg zu tun haben sollte. Für mehr wird’s sicher nicht reichen, aber das sollte in der aktuellen Situation auch nicht der Anspruch sein. Das Problem: In Hamburg lechzen die Fans nach den Erfolgen der Vergangenheit, müssen die Medien ihre Blätter verkaufen – und die verkaufen sich besser mit dicken Schlagzeilen über den havarierten Tanker HSV als über seriöse Auseinandersetzungen mit den aktuell bekannten Fehlerquellen.

Man möchte Mirko Slomka wünschen, dass er endlich einmal in Ruhe arbeiten kann, dass er gemeinsam mit seinem neu strukturierten Team die Chance erhält, in Hamburg langfristig etwas aufzubauen. Doch angesichts der dortigen Medienlandschaft, eines höchst mitteilsamen Milliardärs im Hintergrund, der sich gerne mal seinen Lieblingsspieler gönnt – und auch angesichts der „Last der Vergangenheit“ ist (aus HSV-Fansicht) zu befürchten, dass dies nicht möglich sein wird. Womit wir wieder bei Thomas Tuchel wären: Der wird sich sicherlich im Klaren darüber sein, dass „Hamburg“ und „in Ruhe arbeiten“ derzeit – und sicher auch mittelfristig – nicht zusammenpassen. Und ob der (Noch-)05-Angestellte sich freiwillig in den Vorhof der Hölle begibt, nachdem er schon in Mainz mit den regionalen Medien, die im Vergleich mit den Hamburger Zeitungen fast zahm wirken, seinen Kampf hatte, das mag doch in höchstem Maße bezweifelt werden.

Übrigens: Bei SkySportNews ergeht sich der HSV-„Experte“ schon in der Aussage, Thomas Tuchel beschäftige sich nicht nur mit dem HSV, sondern auch mit den anderen Optionen Schalke und Leipzig – die Worte „offenbar“ und „scheinbar“ werden dabei bis zum Exzess ausgereizt. Die ärmste Sau dabei? Thomas Tuchel, der dem ganzen Medienwirbel nichts entgegenzusetzen hat, der hilflos mitansehen muss, wie Kollegen mit seinem Namen konfrontiert werden.

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Huch, gewonnen!

Spieler und Fans feiern nach dem 3:1-Sieg in Berlin (Quelle: Rheinhessen-on-Tour.de)

Spieler und Fans feiern nach dem 3:1-Sieg in Berlin (Quelle: Rheinhessen-on-Tour.de)

Effizient ohne Ende, dazu defensiv bis auf ganz wenige Ausnahmen höchst stabil, mit Druck und frischem Schwung durch die Einwechslspieler – der Auswärtssieg in Berlin ließ fast keine Wünsche offen. Nicht nur, dass Rückkehrer Sami Allagui wieder „sein“ Tor machte, er und Jonas Hofmann brachten den zuletzt vermissten Schwung auf den offensiven Außenpositionen, entlasteten so Koo, banden Okazaki gut ins Spiel ein. Und in der Defensive räumten Bungert, Bell, Brosinski und Junior Diaz im Verbund alles ab, was sich dem Mainzer Tor näherte. Die Schlagzeilen a la „Hjulmand vor dem Aus“ und Co. darf der Boulevard also erst einmal in der Schublade ganz hinten ablegen.

Die fünf Spieler aus dem „Schlußverkauf“ fanden nicht vollzählig den Weg in die Startelf, was allerdings auch eine Überraschung gewesen wäre. Neben Hofmann und Allagui (Startelf) schaffte es Wollscheid immerhin auf die Bank (und kam kurz vor Schluss zu seinen ersten Minuten im 05-Trikot), Jairo durfte als 19. Spieler zumindest mitreisen und etwas Ligaluft schnuppern, wenn auch ohne Chance auf einen Einsatz. De Blasis blieb zu Hause.

Das Spiel selbst war sicher nichts für Fußballfeinschmecker, vor allem in der ersten Hälfte bestimmte die Taktik das Geschehen, Chancen auf beiden Seiten Mangelware, sieht man von ganz wenigen Ausnahmen (Kopfball Allagui, Chance Schieber) ab. So hätten Reporter sicher von einem typischen 0:0-Spiel gesprochen, wenn Shinji Okazaki nicht nach Doppelchance für Koo (nach schöner Vorarbeit durch Diaz) den Abstauber versenkt hätte.

Halbzeit zwei bot ein ähnliches Bild, Hertha agierte nun zwar deutlich offensiver und druckvoller, allerdings ohne die letzte Konsequenz. Da die Abwehr sehr gut verteidigte, verlebte Karius einen recht entspannten Nachmittag. Die wenigen Aktionen des Mainzer Torhüters beschränkten sich auf das Abfangen oder Wegfausten von Flanken und Eckbällen. Das machte er recht souverän. Einzige Ausnahme: in der ersten Hälfte machte er einen Neuer-schen Ausflug aus dem eigenen 16er, ohne allerdings den Ball weit genug zu klären. Der zurückgeeilte Stefan Bell klärte für den absenten Torhüter den folgenden Berliner Weitschuss allerdings ohne große Probleme.

Als sich auf Seiten der Berliner nach etwas mehr als einer Stunde mit Salomon Kalou ein Championsleague-Sieger von 2012 gerade auf dem Feld breitmachen wollte, schlug wieder einmal die Stunde von Sami Allagui.

Nach einer exzellenten Kombination über Baumgartlinger, Malli und Hofmann landete der Ball beim hinterlaufenden Diaz, dessen scharfe Hereingabe nahezu parallel zur Torlinie vom Neu-05er über die Linie gegrätscht wurde. Einen Torjubel verkniff sich der Tunesier aus Respekt vor den Ex-Kollegen, mehr als nur Genugtuung dürfte er innerlich allerdings empfunden haben angesichts des Vertrauensentzuges durch Hertha-Trainer Luhukay.

Nach dem 0:2 war das Spiel eigentlich durch, doch als 05-Fan weiß man, dass auch Zwei-Tore-Vorsprünge kurz vor Schluss nichts heißen wollen. Die schmerzhaften Erfahrungen sind zu zahlreich, um sie hier noch einmal aufzuführen.

Jedenfalls durften die Herthaner dank eines „Kann“-Elfmeters (einen Schuss von Ben Hatira bekam Niko Bungert aus gefühlt einem Meter an den vom Schützen abgewandten Arm) noch mal auf 1:2 verkürzen und weckten so das schon tief schlummernde Stadion.

Doch im Gegensatz zu früher begannen die 05er nun nicht zu schwimmen, Kasper Hjulmand verstärkte mit Wollscheid die Defensive, man suchte weiter den Weg nach vorne, zog so einige Freistöße und nutzte einen perfekten Konter über Moritz, Malli und Okazaki zum 3:1.

Erleichterung, Freude, Genugtuung – die Empfindungen von Spielern, Trainer-Team und Fans durfte eine Mischung aus allem gewesen sein. Erleichterung darüber, dass vor den schweren Aufgaben gegen Dortmund, Frankfurt und Hoffenheim ein Dreier eingefahren wurde. Freude über nun fünf Punkte aus drei Spielen – und Genugtuung über die Tatsache, dass die drohende „Krise“, die man dem Verein schon angedichtet hatte, frühzeitig im Keim erstickt wurde.

Nach einer kompletten Trainingswoche mit dem gesamten Kader kommen dann drei Flutlicht-Spiele in Folge. Zuerst steht nächsten Samstag das Duell mit dem BVB an, dann geht’s dienstags nach Frankfurt, ehe freitags die TSG Hoffenheim im Stadion am Europakreisel erwartet werden. Ein strammes Programm für die im Umbruch befindliche Mannschaft, das aber auch die Chance bietet, eine mögliche Niederlage innerhalb kürzester Zeit vergessen machen zu können.

Wenn sich selbst zuletzt überkritische Schreiber wie der Kollege von der AZ dazu genötigt sehen, von einem „taktisch glänzend eingestellten Team“ zu schreiben, dann will das was heißen.

Der FSV mag vor einer schweren Saison stehen, die vor allem unter der Überschrift „Umbruch“ firmiert. Das soll uns Fans aber nicht daran hindern, uns über jeden Sieg, jeden verdienten (und auch jeden glücklichen) Punkt zu freuen – und uns bei Niederlagen nicht lange zu grämen. Getreu dem Motto: Es gibt immer ein nächstes Spiel – und die Saison ist noch verdammt lang!

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Mainz 05 im Umbruch

Heimspiel gegen Hannover

Heimspiel gegen Hannover

Christian Heidel war natürlich nicht im Kaufrausch, er hat nur zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen. Hat er auch in allen Medien, die investigativ nachgefragt haben, so erklärt. Warum Wollscheid, warum Hofmann, warum De Blasis und Allagui, warum Jairo. Mal so nebenbei: Während früher die Neuzugänge aus Mainz vom FK Pirmasens, aus Oberolm oder von der Tribüne der zweiten Mannschaft des FCK kamen, kommen sie heute vom Deutschen Meister 2011 und 2012, vom Championsleague-Dauergast Leverkusen, vom Europa-League-Sieger aus Sevilla oder vom direkten Konkurrenten Hertha BSC. De Blasis gibt da schon fast den Exoten, doch auch er kommt von einem Team, das sich immerhin für die Europa-League-Gruppenphase qualifiziert hat.

Apropos: Nach dem Aus in eben jener Europa-League-Quali und dem anschließenden Aus im DFB-Pokal (übrigens beim 3.-Liga-Spitzenreiter Chemnitz) hieß es „Bon jour, Tristesse!“ Das kann mit dem neuen Trainer ja nix werden, die aus Skandinavien taugen eh nix (zugegeben, Kjetil Rekdal und Stale Solbakken waren jetzt nicht so die Knaller, über Jörn Andersen wissen wir ausreichend Bescheid), die neuen Spieler können nix, die Alten haben keinen Bock mehr, verstehen den Trainer nicht oder weinen dem Ex-Trainer hinterher. Der ist sowieso Schuld an allem, der – und die Ultras, die die Stimmung mies machen, sich wöchentlich mit der Polizei kloppen und dauernd irgendwas abfackeln. Und die Frankfurter machen sich auch noch lustig über uns mit ihrer total kreativen Flugzeug-Aktion, die es so ja noch nie gab.

Wenn man will, kann man alles Scheiße finden. Bei sehr vielen Fußballfans gibt es nicht „Schwarz oder Weiß“, es gibt eigentlich nur Schwarz. Wenn sensationell irgendwo gepunktet wird, heißt es direkt: „Dann verkacken sie halt das kommende Heimspiel gegen Augsburg/Freiburg/Nürnberg/Lautern…“. Wenn in der 93. Minute noch ein Elfer verwandelt wird, um damit ein 2:2 zu holen – dann freut man sich nicht darüber, sondern beklagt sowohl öffentlich im Block, als auch in den diversen sozialen Netzwerken lang und breit, dass man den Punkt ja gar nicht verdient gehabt hätte, dass man sich schämen müsse, beim Aufsteiger so nah an einer Niederlage gewesen zu sein. Und überhaupt: dass diese zusammengekaufte Söldnertruppe zu nix tauge, dass unterm Kloppo alles viel, viel besser war.

Alles so schön neu hier.

Tadaaa! Da sind sie, die feschen neuen Jungs. Es riecht nach frischer Farbe. Und schon geht’s darum, ob man nicht doch den Erfolg vom letzten Jahr wiederholen kann, ob man den 5. Platz aus der „Tuchel-Tabelle“ nicht festigen und verteidigen kann. Und wie hoch man in Berlin gewinnt, wenn „de Tscheiro un de Sammi die abschieße…“ – ja, gut. Kommentar überflüssig.

Mal im Ernst:

Die 05er haben kurz vor Ende der Transferperiode dank viel (Ver)Handlungsgeschick von Christian Heidel all jene Baustellen schließen können, die sich nach den Abgängen von Müller und Choupo-Moting und der Verletzung von Nikolce Noveski aufgetan hatten. Das konnte nur gelingen, weil erst kurz vor Schluss Spieler auf den Markt kamen, die im Mai oder Juni niemals nach Mainz hätten gelotst werden können. Aber: Die Jungs brauchen Zeit, auch wenn ihnen nicht verboten ist, auch kurzfristig schon eine Hilfe zu sein. In der Abwehr kann Wollscheid sicher schnell reinfinden, auch Hofmann, der das System aus Dortmund kennt, dürfte schnell an der ersten Elf dran sein. Allagui kennt Verein und Spielstil gut, auch wenn nun ein anderer Trainer auf der Bank sitzt. Die beiden anderen brauchen und bekommen jene Zeit, die Neuzugänge früher in Mainz in schöner Regelmäßigkeit benötigten, bis sie richtig durchstarten konnten.

Apropos Trainer.

Dass Trainer-Wechsel nicht nur während der Saison, sondern auch in der Sommerpause ziemlich holprig verlaufen können, dürfte doch wohl hoffentlich jedem klar sein. Anderes Land, andere Liga, andere Sprache – neue Spieler, neue Möglichkeiten: Für Kasper Hjulmand ist die Bundesliga eine riesengroße Chance. Fachlich hat der Däne Christian Heidel längst überzeugt, was der neue Trainer nun braucht, sind Zeit, seine Ideen umzusetzen – und nebenbei noch möglichst genug Punkte im Liga-Betrieb, um nicht schon frühzeitig von überregionalen Medien und dem nach Schlagzeilen heischenden Boulevard zum Abschuss freigegeben zu werden. (Wenn’s geht, einfach gar nicht erst in BLÖD, EXPRESS und Co. reinschauen, ist besser für’s Karma und Seelenheil, und man steigert die Wahrscheinlichkeit, später in den Himmel zu kommen!)

In Ruhe arbeiten zu können, das dürfte für unseren Trainer aktuell das Allerwichtigste sein. Geben wir ihm diese Zeit. Springen wir nicht auf den erstbesten Medien-Zug auf, der einen neuen Trainer fordert, der die Quoten für die Entlassung von Hjulmand in schöner Regelmäßigkeit abdruckt. Sehen wir nicht nur Schwarz und Weiß, sondern achten wir viel eher auf die vielen, vielen Zwischenstufen. Die Mannschaft (und dazu gehört auch der Trainer) hat Potenzial. Das allerdings abzurufen, wird seine Zeit brauchen. Ein Team formt man nicht in vier oder fünf Wochen Vorbereitung. Dazu gehört sehr viel mehr.

Unter Thomas Tuchel standen die 05er bekanntlich nie auf einem Abstiegsplatz. Sollte das unter Kasper Hjulmand mal passieren, so what? Tabellen geben in der Regel nur Momentaufnahmen wider und sind erst am 33. Oder 34. Spieltag relevant. Wenn’s die nächsten Wochen also knackt und knirscht im Getriebe, wenn der Keilriemen jault und der Auspuff scheppert, dann lasst uns einfach ruhig bleiben, das Team weiter anfeuern und den Jungs Zeit und Vertrauen geben. Ganz so, wie wir es im vergangenen Jahrzehnt auch gemacht haben. Die Älteren erinnern sich vielleicht: Auch Meistertrainer Jürgen Klopp hat es mal fertiggebracht, in 17 Spielen exakt EINEN Sieg zu holen. Da wäre auch keiner auf die Idee gekommen, den Kopf des Trainers zu fordern.

Erfolg stellt sich ein, wenn man langfristig in Ruhe arbeiten kann. Diese Ruhe sollen Hjulmand und das Team bekommen. Und je länger die Jungs die Möglichkeit haben, zusammenzuwachsen, je länger sie in Ruhe arbeiten können, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass am Saisonende ein Platz in der Tabelle rausspringt, der auch zur Teilnahme an der Bundesliga 2015/2016 berechtigt. Darum sollte es dieses Jahr gehen – und um nichts anderes!

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Das Aufstiegstagebuch der TORToUR…

Zum Schmökern und nostalgisch werden… Ein historischer Tag fürwahr für alle 05-Fans (und solche, die es damals wurden!)

Das TORToUR-Aufstiegstagebuch (2 MB)

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Einwurf: Langweilig?

Leere Stehplätze am Bruchweg

Leere Stehplätze am Bruchweg

30 Punkte nach 19. Spieltage, komfortable 13 Punkte auf den Relegationsplatz, gar 14 auf den ersten Abstiegsplatz, für 05-Fans, die in der Vergangenheit oftmals erst am vorletzten oder letzten Spieltag wussten, wohin die Reise in der kommenden Saison geht (also ligatechnisch, nicht europatechnisch!) droht wie schon 2012/2013 gähnende Langeweile bis zum Sommer. Mal einen Punkt hier hamstern, mal da einen Großen ärgern, viel mehr – so scheint es – wird man nicht mehr erreichen können. Die Medien sehen das anders, sprechen vom Angriff auf Europa, kramen flugs die Ablösesummen für Nedelev und Koo aus der Schublade, würzen das Ganze mit dem Anspruchsdenken unseres Trainers – und schon hat man ein Konstrukt, aus dem sich allerlei Krisengerede und Enttäuschung ableiten lässt, wenn’s am Ende „nur für Platz 7“ reicht. Dass jener Tabellenplatz für Heidel und Tuchel als gefühlte Meisterschaft angesehen wird (eingedenk der wirtschaftlichen Übermacht der davor platzierten Teams), das kann man als Verein vielleicht so kommunizieren, aber doch nicht als Zeitung / Sender / Online-Medium, denn so generiert man weder verkaufte Zeitungen noch Einschaltquoten oder gar Klicks.

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Don Heiteli ist nicht Dagobert Duck.

Christian Heidel bei der Arbeit (Quelle: Zaunsturm1905.de)

Christian Heidel bei der Arbeit

So auf dem Papier sieht das schon verdammt krass aus: Mainz 05 verstärkt sich in der Winterpause für acht Millionen Euro! Ältere Semester würden diese Schlagzeile ins Reich der Computerspiele (Anstoss 3, wer erinnert sich nicht gerne daran…) verweisen, gutgläubige BLÖD-Leser dagegen würden die Überschrift für bare Münze nehmen – und selbst Kicker-Leser kurz mal die Stirn runzeln. Weiterlesen »

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